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Wirtschaft
Auf allen Inseln des Archipels wird in den Küsten- und Mittelzonen
bis zu 300 m Höhe der Luvseiten intensiv Landwirtschaft
betrieben, in den übrigen
Gebieten jedoch nur sehr extensiv oder gar nicht. Vor allem Bananen-
und Tomatenkulturen sind weit verbreitet, die auf den Export
ausgerichtet sind. Da besonders bei den Bananen ein unerbittlicher
Preiskampf mit südamerikanischen Erzeugnissen herrscht,
wendet man sich zunehmend der Erzeugung von exotischen Gemüsearten
und Schnittblumen zu.
Auf kleineren Flächen wird in den Küstengebieten noch
Zuckerrohr angebaut, das im 16. und 17. Jh. die wirtschaftliche
Grundlage für die Inseln
bildete sowie Tabak, Baumwolle und Malvasier-Wein, der in jener
Zeit besonders in England und an den europäischen Fürstenhöfen
sehr begehrt war. Den Kanarischen Inseln wurde im Jahr 1852 von
Königin Isabella II. der Status einer Freihandelszone zuerkannt,
was den wirtschaftlichen Aufschwung sehr förderte. Als sich
jedoch gegen Ende des 19. Jahrhunderts die ökonomischen
Gegebenheiten verschlechterten, begann eine massive Auswanderung,
vor allem ins spanische Mutterland und nach Südamerika.
In den klimatisch günstigen Mittellagen des nördlichen
Inselteils gedeihen Mais, Weizen, Gerste, Kartoffeln, Hülsenfrüchte,
Zwiebeln und Futterpflanzen, die bei zusätzlicher Bewässerung
bis zu drei Ernten im Jahr erreichen. Im stets sonnigen und niederschlagsarmen
südlichen
sowie nach Südost und Südwest ausgerichteten
Teil der Insel muss das Land im Trockenfeldbau bestellt werden.
Diese Trockenheit und die zerklüftete Bodenbeschaffenheit
war der Hauptfaktor für die traditionell geringe Besiedelung
dieser Gegend. Hier gibt es mehrere große Naturschutzgebiete,
die ihren ursprünglichen Naturreichtum bewahren wie Malpaís
de las Rasca, Acantilados de Adeje, Macizo de Adeje und Barranco
del Infierno.
Die Viehhaltung dient dem eigenen Verbrauch von Fleisch, Milch
und Butter. An den Küsten wird der Fischfang sowohl als
Küsten-
als auch als Hochseefischerei betrieben. Die Haupthäfen
für
die Hochseefischerei sind Las Palmas de Gran Canaria und Arrecife
auf Lanzarote. Allerdings reichen die Fangmengen nicht mehr zur
Deckung des Eigenbedarfes aus, so dass auch Fisch eingeführt
werden muss.
Der Fremdenverkehr auf den Hauptinseln begann bereits um 1850,
als in den Wintermonaten vor allem lungenkranke Engländer
im milden Klima Linderung suchten. Der Fremdenverkehr konnte
sich in der folgenden Zeit durch den Ausbau der Schifffahrtsverbindungen
immer besser entwickeln, wurde aber in den beiden Weltkriegen
schwer beeinträchtigt. Erst durch den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung
ab 1950 wurde vor
allem der Badeurlaub immer beliebter. Die Gästezahlen für
die Kanarischen Inseln sind von bescheidenen 15.000 Personen
im Jahr 1950 auf über 8
Millionen im Jahr 2001
angestiegen. Von diesen besuchten über 3 Millionen Urlauber
die Insel Teneriffa. Diese starke Zunahme ging vor allem in den
betroffenen Küstengebieten
der “Badeinseln” Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura
mit umwälzenden und tiefgreifenden
Veränderungen von Landschaft und Wirtschaft einher. Allein
auf Teneriffa stehen über
120.000 Betten in Hotels und Appartementhäusern in den Küstengebieten
um Puerto de la Cruz und Playa de las Américas sowie eine
komplette Dienstleistungsinfrastruktur für die Gäste
zur Verfügung. Mittlerweile ist der Tourismus der wichtigste
Faktor im wirtschaflichen Gefüge der Kanarischen Inseln,
fast drei Viertel aller Beschäftigten
sind im Dienstleistungsgewerbe
tätig.
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