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  Geschichte
 


Die Entstehung des Kanarischen Archipels
Geschichte der Besiedelung

   
  Die Entstehung des Kanarischen Archipels    
 

Die Inseln sind das Ergebnis vulkanischer Tätigkeit und dürften im wesentlichen in zwei Hauptperioden entstanden sein, die von längeren Stillstandsphasen unterbrochen waren. Diese sind im Früh- und Mitteltertiär sowie vom Spättertiär bis in das Quartär anzusetzen. Dabei entstanden die östlichen Inseln vor 13 – 20 Millionen Jahren, Teneriffa und Gomera werden auf vermutlich weniger als 10 Millionen Jahren datiert, während die Entstehung von El Hierro und La Palma erst vor 2 – 3 Millionen Jahren stattfand.
Die
Gesteine auf den meisten Inseln werden in der Hauptsache von Basalten, Phonolithen, Rhyoliten und Trachyten samt den dazugehörenden Lockerstoffen wie Tuffen und Aschen aufgebaut. Auf den Inseln La Palma und Teneriffa ist allerdings der Anteil der nicht-basaltischen Vulkangesteine ziemlich hoch. Die basaltischen Laven (“Malpaises” genannt) formen sich meist in Decken von verschiedener Mächtigkeit aus. Sie wechseln sich ab mit Lagern von Tuffen, schwarzem Basalt, Bimssteinen von heller Farbe und dem Almagras, verbrannten Böden in leuchtendem Rot. Dabei können sich weitreichende Höhlen bilden. Unter den nicht vulkanischen Gesteinen sind besonders die tertiären Kalke, wie auf der Insel Fuerteventura, zu nennen. Auf Gran Canaria wird der Ostteil der Inselvon rezentem Dünensand bedeckt.
Der vulkanische Ursprung mit den daraus entstandenen Gesteinsformationen, die wetterbedingte Erosion und die Abrasionstätigkeit des Meeres haben in ihrem Zusammenwirken das Landschaftsbild der Inseln geformt.
Teneriffa, Lanzarote und La Palma erlebten bis in die jüngste Vergangenheit die Auswirkungen der vulkanischen Tätigkeit.
Der
letzte Vulkanausbruch ereignete sich im Jahre 1949 auf La Palma. Die größten Eruptionen auf dem Archipel in historischer Zeit fanden in den Jahren 1730 – 1736 auf Lanzarote statt, ein schwächerer Ausbruch war Anfang des 19. Jh.s zu verzeichnen. Auf Gomera hat es jedoch seit Beginn des Quartärs keine vulkanische Aktivität mehr gegeben.

   
  Geschichte der Besiedelung    
 

Es ist nicht völlig geklärt, wann die erste Besiedelung der Inseln anzusetzen ist, aber nach neuesten Forschungen geht man davon aus, dass dies erst ab ungefähr 500 v. Chr. in mehreren Besiedelungswellen von Nordafrika aus erfolgte. Als Gründe werden das zunehmende Wüstfallen des nord-afrikanischen Gebietes und in späterer Zeit die Auswirkungender römischen Eroberungen angeführt.
Seit dem Altertum hatte man jedoch Kenntnis von den Kanarischen Inseln, denn sowohl Phönizier als auch Karthager liefen die Inseln an. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere (23 – 79 v. Chr.) erwähnte die “glücklichen Inseln” (Insulae fortunatae) in seinen Schriften und beschrieb auch die Expedition des mauretanischen Königs Juba II. um 25 v. Chr.
Plinius nannte bereits Namen für die Inseln, darunter “Canaria” für das heutige Gran Canaria.
Der griechische Naturforscher und Kartograph Ptolemäus (er lebte um 100 – 160 n. Chr.) verzeichnete den Archipel bereits auf seinen Karten mit Gradeinteilungen. Den Nullmeridian, das Ende der bekannten Welt, legte er
an das Westkap von Hierro. Im 3. Jh. n. Chr. landeten römische Schiffe
auf den Kanaren, die dann im Frühmittelalter jedoch in Vergessenheit gerieten.
Erst um 1000 wurden die Inseln von Arabern aufgesucht, denen gegen Ende des 13. Jahrhunderts Seefahrer aus Italien, Spanien, Portugal und Frankreich folgten, die vor allem amSklavenhandel interessiert waren.
Zu Beginn des 15. Jh.s waren die Inseln ein Zankapfel zwischen Portugal und Spanien, wobei die Besitzverhältnisse stets unklar waren, bis Portugal im Frieden von Alcácovas (1479) die spanischen Besitzansprüche auf den Inseln anerkannte.
Das spanische Königspaar betrieb danach die Eroberung von Gran Canaria (1478 – 1483), La Palma (1493) und Teneriffa (1494 – 1496), die Teil der Kastilischen Krone wurden. Die gewaltsam hispanisierten Inseln stellten dann eine strategisch wichtige Ausgangsbasis für die Amerikafahrten dar.
Vor der Ankunft der Spanier auf Teneriffa war die Insel in neun kleine, selbständige Königreiche aufgeteilt, deren König (= mencey) zusammen mit einem Ältestenrat herrschte. Auf Teneriffa leisteten die Ureinwohner den erobernden Spaniern lange erbitterten Widerstand, daran erinnert auch die Niederlage der Spanier im Jahre 1494 bei La Matanza (= Das Gemetzel). In den darauffolgenden Jahren begann sich das Blatt zugunsten der Spanier zu wenden. Mit dem Sieg von Fernández de Lugo über den König von Taoro, dem heutigen La Orotava, im Jahre 1496, galt die Eroberung von Teneriffa als abgeschlossen. Die unterlegenen Bewohner vermischten sich sehr schnell mit den Spaniern und wanderten in der Folge auch in die Neue Welt aus. Seit Beginn des 16. Jh.s florierte der Handelsverkehr zwischen Teneriffa und den europäischen Ländern.
Die Schiffe, die aus aller Welt kamen, brachten des öfteren Seuchen und Epidemien auf die Insel.
Im Jahr 1657 versuchten die Engländer unter Admiral Blake erfolglos Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Auch die Angriffe von Gennings (1709) und Admiral Horatio Nelson (1797), der bei dieser Seeschlacht seinen rechten Unterarm einbüßte, blieben ohne Erfolg.
Ab dem 19. Jh. gingen die Geschicke des Kanarischen Archipels und damit die der Insel Teneriffa in der Geschichte des Mutterlandes Spanien auf.

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