Es ist nicht völlig geklärt, wann
die erste Besiedelung der
Inseln anzusetzen ist, aber nach neuesten Forschungen geht
man davon aus, dass dies erst
ab ungefähr 500 v. Chr. in mehreren Besiedelungswellen von
Nordafrika aus erfolgte. Als Gründe werden
das zunehmende Wüstfallen des nord-afrikanischen Gebietes
und in späterer Zeit die Auswirkungender römischen
Eroberungen angeführt.
Seit dem Altertum hatte man jedoch Kenntnis von den Kanarischen Inseln, denn
sowohl Phönizier als auch Karthager liefen
die Inseln an. Der römische Schriftsteller Plinius
der Ältere (23 – 79 v. Chr.) erwähnte die “glücklichen
Inseln” (Insulae fortunatae) in seinen Schriften und beschrieb
auch die Expedition des mauretanischen Königs Juba II. um 25 v. Chr.
Plinius nannte bereits Namen
für die Inseln, darunter “Canaria” für
das heutige Gran Canaria.
Der griechische Naturforscher und Kartograph Ptolemäus (er
lebte um
100 – 160 n. Chr.) verzeichnete den Archipel bereits auf seinen Karten
mit Gradeinteilungen. Den Nullmeridian, das Ende
der bekannten Welt, legte er
an das Westkap von Hierro. Im 3.
Jh. n. Chr. landeten römische Schiffe
auf den Kanaren, die dann im
Frühmittelalter jedoch in Vergessenheit gerieten.
Erst um 1000 wurden die Inseln von Arabern aufgesucht,
denen gegen Ende des 13. Jahrhunderts Seefahrer aus
Italien, Spanien, Portugal und Frankreich folgten, die vor allem amSklavenhandel
interessiert
waren.
Zu Beginn des 15. Jh.s waren die Inseln ein Zankapfel
zwischen Portugal und Spanien, wobei die Besitzverhältnisse stets
unklar waren, bis Portugal im Frieden von Alcácovas (1479) die spanischen
Besitzansprüche auf den Inseln anerkannte.
Das spanische Königspaar betrieb danach
die Eroberung von Gran Canaria (1478 – 1483), La Palma (1493) und Teneriffa
(1494 – 1496), die Teil der Kastilischen Krone wurden. Die gewaltsam
hispanisierten Inseln stellten dann eine strategisch wichtige Ausgangsbasis
für die Amerikafahrten dar.
Vor der Ankunft der Spanier auf Teneriffa war die Insel in neun
kleine, selbständige Königreiche aufgeteilt, deren König
(= mencey) zusammen mit einem Ältestenrat herrschte. Auf Teneriffa
leisteten die Ureinwohner den erobernden Spaniern lange erbitterten Widerstand,
daran erinnert auch die Niederlage der Spanier im Jahre 1494 bei La Matanza (=
Das Gemetzel). In den darauffolgenden Jahren begann sich das Blatt zugunsten
der Spanier zu wenden. Mit dem Sieg von Fernández de Lugo über den
König von Taoro, dem heutigen La Orotava, im Jahre 1496,
galt die Eroberung von Teneriffa als abgeschlossen. Die unterlegenen
Bewohner vermischten sich sehr schnell mit den Spaniern und wanderten in der
Folge auch
in die Neue Welt aus. Seit Beginn des 16. Jh.s florierte der Handelsverkehr
zwischen Teneriffa und den europäischen Ländern.
Die Schiffe, die aus aller Welt kamen, brachten des öfteren Seuchen und
Epidemien auf die Insel.
Im Jahr 1657 versuchten die Engländer
unter Admiral Blake erfolglos Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Auch
die Angriffe von Gennings (1709) und Admiral Horatio Nelson (1797), der bei
dieser Seeschlacht seinen rechten Unterarm einbüßte, blieben ohne
Erfolg.
Ab dem 19. Jh. gingen die
Geschicke des Kanarischen Archipels und
damit die der Insel Teneriffa in der Geschichte des Mutterlandes
Spanien auf.
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